Kleinerer Bag mehr nachpusten?

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Evi1404
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Kleinerer Bag mehr nachpusten?

Beitrag von Evi1404 » 5. August 2019 13:30

Hallo liebe Piper/innen,

zuerst Sorry, dass ich jetzt in jedem Forum ein Thema starten muss, aber ich bin Anfängerin und konnte hierzu nicht genau die passende Antwort finden.
Kurz zu mir: Ich bin 42 Jahre alt und bekam einen Dudelsack von meinem Mann geschenkt, da er mein Faible für diese Musik kennt. Ansonsten hätte ich aktiv aber gar nicht unbedingt angefangen.
Das Instrument ist jedenfalls mit einem recht grossen bag ausgestattet. Ich bin eher schmaler Statur und die Pipe wirkt nicht nur enorm mächtig auf meinen schmalen Schultern, es ist auch recht anstrengend für mich wegen des Umfangs.
Ich frage mich aber nun, durch den kleineren bag besteht doch aber auch dann ein deutlich kleineres luftreservoir?
Wie macht sich das genau bemerkbar? Bevor ich nämlich beim nachfüllen während des Spiels mit deutlich kürzeren Pausen pusten muss, bleibe ich aber lieber beim grösseren Modell. Da ich sowieso bislang nur alleine spiele, ist das längere Aufblasen vorm Spiel nicht allzu hinderlich.

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Jan B.
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Re: Kleinerer Bag mehr nachpusten?

Beitrag von Jan B. » 5. August 2019 20:00

Hier kommt viel zusammen:
1.) Ich bezweifele die Qualität Deines Instrumentes. Da ist es letztlich egal, wie groß der Sack ist. Da musst Du so oder so viel nachpusten.
2.) Durch einen größeren oder kleineren Sack spart man sich keine Puste (außer beim erstenmal Aufblasen). Generell als Faustregel: Kleiner Sack geeigneter für härtere Reeds, großer Sack geeigneter für weichere Reeds.
Außdem richtet sich die Größe auch ein wenig nach der Körperstatur, wie Du schon richtig sagtest. Eine falsche Größe kann auch zu anstrengenderem Spiel führen.

Christine J.
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Re: Kleinerer Bag mehr nachpusten?

Beitrag von Christine J. » 13. August 2019 10:17

Meine Erfahrungen sind da nochmal ein bisschen anders: Ich habe vergleichsweise kurze Arme, weswegen ich mit einem Bag der Grösse M schon überfordert bin. Also muss es Grösse S sein. Und hier machts jetzt einen grossen Unterschied, ob ich "Small" spiele oder "Extended Small"! Bei beiden ist der Umfang derselbe (also ideal für mich), aber der Extended ist länger, was ein grösseres Luftreservoir bedeutet. Damit blase ich einiges komfortabler und ruhiger als mit dem Small.

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Re: Kleinerer Bag mehr nachpusten?

Beitrag von Falk Paulat » 14. August 2019 13:38

Ich stimme Christine zu. Der XS ist der absolute Universalbeutel. Wichtig ist auch, dass möglichst die Hälfte des linken Unterarms beim Spielen frei ist. Dort laufen die Sehnen, blockieren also auch icht die Finger.
Gruß Falk

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Re: Kleinerer Bag mehr nachpusten?

Beitrag von Evi1404 » 2. September 2019 12:56

Gibt es auch eine ungefähre Richtlinie mit wie viel Atemstössen man das Instrument spielfertig aufgeblasen haben sollte? Ist doch in ner Band sicher wichtig? Ich habe bei mir festgestellt, dass ich selbst vor im Moment natürlich (Noch?) Überschaubarem Publikum in Form meiner Familie, beim Aufpusten wesentlich mehr Kraft einsetze (mehr Volumen pro Atemstoss), als während des Spiels. Mein Mann meint auch, dass es in Schottland nicht üblich wäre mt dicken Wangen zu spielen, was ich als Blasmusik-Einstegerin ohne Erfahrung tue. Deswegen kam auch die Frage ob er kleinerer bag das alles entspannt

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Re: Kleinerer Bag mehr nachpusten?

Beitrag von Christine J. » 3. September 2019 10:18

"Richtlinien" sind eher was für die Politik denn die Musik. Mit wievielen und wiestarken Blasstössen Du Deinen individuell grossen Bag aufbläst ist Dir und Deinen Möglichkeiten überlassen. Wichtig für das Bandspiel ist lediglich, dass alle gleichzeitig die Drones starten und gleichzeitig das Chanter-E erklingt.
Das mit den dicken Wangen ist eine andere Geschichte. Du solltest die Backen grundsätzlich nicht aufblasen sondern hart anspannen. Einerseits wegen des Aussehens, andererseits hilft die trainierte Muskelkraft in den Wangen, die Blasluft entgegen dem Innendruck des Bags überhaupt in den Sack hineinzukriegen. Und gleichzeitig muss man sich mal vorstellen, wie untrainierte Wangen nach 30 Jahren immer dick aufpusten dann im Ruhezustand am Gesicht hängen (grins...)

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Re: Kleinerer Bag mehr nachpusten?

Beitrag von Piperhoschi » 3. September 2019 16:07

In meinem ehemaligen Verein wurde auch hin und wieder über meine aufgepusteten Backen gewitzelt.
Auf dem letzten Video als ich bei einer Hochzeit Amacing Grace spielte ist mir aufgefallen, dass die Backen nicht mehr aufgeblasen sind.
Anscheinend ändert es sich im Laufe der Zeit.
Ich habe da nicht dagegen trainiert.
Richtig hart spielen mach ich erst seit Pfingsten, nachdem ich in Schottland war.
Seit dem gehe ich jeden Abend aufs Feld oder in den Weinberg und spiele eine halbe bis dreiviertel Stunde.
Möglicherweise liegt es daran.

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Re: Kleinerer Bag mehr nachpusten?

Beitrag von Evi1404 » 5. September 2019 10:37

Ich tue mir da schlichtweg einfacher irgendwie. Ansonsten kommt es mir vor, als bekäme ich weniger Luft pro Blasstoss in den bag. Natürlich sieht es nicht so toll aus, was mich auch stört aber bisher habe ich ja hauptsächlich vor meinem Mann, meiner Tochter und vor meinem zukünftigen Lehrer gespielt, da hatt mir das nicht viel ausgemacht :-) Meiner Tochter wäre es sonst gar nicht aufgefallen, sie meinte es gehört eh dazu ;-)

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Re: Kleinerer Bag mehr nachpusten?

Beitrag von Lisalein » 16. September 2019 15:06

Diese Dicke-Wangen-Geschichte wird und wurde bereits oft genug diskutiert. Ich versuche es auch zu vermeiden, mir passiert es aber auch ständig. Aber mal ganz ehrlich: Eigentlich ist es die Diskussion nicht wert. Als langjährige Saxofonistin weiss ich, wie es dort immer und immer wieder heisst: Dicke Wangen machen ist absolutes no go. Aber: Jeder 2.Saxofonist (ausser im klassischen Bereich) tut es entweder hin und wieder oder stetig. Wenn ich mit meiner Band spiele und ein Solo habe und die Stimmung gut ist, kommt danach auch niemand zu mir und sagt: "Während deines Solos hast du aber mehrmals den Kugelfisch gemacht". :-D Geniesst viel lieber die Musik und den Moment!

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